Annie Leibovitz hat ein bewegtes Leben hinter sich
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Annie Leibovitz hat ein bewegtes Leben hinter sich

Eines ihrer berühmtesten Bilder kennt jeder Musikfreund. Beatles-Legende John Lennon schmiegte sich nackt in der Haltung eines Babys an seine Frau Yoko Ono. Die Aufnahme wurde zur Legende, schließlich entstand sie nur wenige Stunden vor der Ermordung von Lennon. Die amerikanische Zeitschrift Rolling Stone hob das Foto anschließend auf ihr Cover und machte es so weltberühmt. Es reiht sich ein in eine ungeheure Anzahl ikonischer Fotos, die die mittlerweile 71-jährige Starfotografin Annie Leibovitz im Laufe ihrer langen Karriere geschossen hat.

Zahlreiche ihrer Aufnahmen haben es in das kollektive Gedächtnis der Menschheit geschafft. Sie selbst ist längst ein Bestandteil der Popkultur geworden. Ihre Porträts von prominenten Persönlichkeiten sind provozierend und doch ungeheuer ästhetisch. Ob die hochschwangere Demi Moore, Bette Midler unter Rosen vergraben oder Whoopi Goldberg in der Badewanne, das Auge und die Umsetzung der Ideen von Annie Leibovitz sind einzigartig. Dabei kam die Tochter einer jüdischen Großfamilie eher zufällig zum Rolling Stone. Als scheue Anfängerin nahmen sie Stars wie Tom Wolfe und Hunter S. Thompson unter ihre Fittiche. Von dort wechselte die Fotografin zur Vanity Fair und zur Vogue. Für beide Magazine arbeitet sie bis heute. Doch nicht alles im Leben der Annie Leibovitz lief geradlinig und perfekt, ganz im Gegenteil.

Eine schwere Lebenskrise

Vor rund zehn Jahren geriet sie in eine schwere Lebenskrise. Dabei schien ihrem Lebensglück zunächst nichts mehr im Wege zu stehen. Sie war im Alter von 51 Jahren nach einer Samenspende erstmals Mutter geworden. Doch drei Jahre nach der Geburt ihrer Tochter Sarah, verstarb ihre Lebensgefährtin Susan Sontag an Krebs. Wenig später verstarb auch noch ihr Vater, das sollte sich als ein Schicksalsschlag zu viel erweisen. Was folgte, war der völlige Verlust über die Kontrolle ihrer Finanzen. Die Medien spekulierten über Millionenschulden und Verschwendungssucht in Folge von Kummer. Doch die Kämpferin gab nicht auf und zog sich selbst aus dem Sumpf. Sie bekam mithilfe einer Leihmutter zwei weitere Kinder. Die Zwillinge benannte sie nach den Verstorbenen, Susan und Samuelle.

Eine schwere Lebenskrise
Eine schwere Lebenskrise

Dabei dürfte die Beziehung zu Susan Sontag alles andere als harmonisch gewesen sein. In dem Buch „Sontag: Her Life and Work“ sprach ihr Sohn David Rieff ganz offen darüber, dass seine Mutter wenig nett zu Leibovitz gewesen sei. Er habe sie sogar aufgefordert netter zu ihr zu sein oder sie zu verlassen. Doch die ständigen Verbal-Attacken von Sontag an Leibovitz haben deren Treue nicht beeinflusst. Als Sontag erkrankte, pflegte sie die Fotografin bis zu ihrem Tod im Jahr 2004 und versorgte sie finanziell. Sie selbst rutschte erst danach in finanzielle Probleme, die in einer Versteigerung ihres Anwesens in New York mündeten. Ihr Erfolg ist allerdings zurückgekehrt. Die Königin der Kamera rückte unter anderem die britische Oscar-Preisträgerin Olivia Colman auf das Cover der Vogue. Darauf ist die Schauspielerin in einer mit goldenen Ornamenten verzierten Robe zu sehen. Die echte Queen Elizabeth flüchtete allerdings im Jahr 2007 vom Set, als Leibovitz sie gebeten hatte, die Krone abzunehmen. Doch Crowngate hatte keine Nachwirkungen, denn die Queen ließ sich zu ihrem 90. Geburtstag wieder von Leibovitz porträtieren.