Der World Photography Day erinnert an die Geschichte der Fotografie
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Der World Photography Day erinnert an die Geschichte der Fotografie

Jedes Jahr feiert die Kunstwelt am 19. August den „World Photography Day“. Dabei stehen nicht nur die Geschichte und die Wissenschaft hinter der Fotografie, sondern auch das Handwerk und die Kunst im Mittelpunkt des Interesses. Seit mehr als 181 Jahren bietet die Fotografie ihren Freunden die Möglichkeit ganz besondere Augenblicke für immer festzuhalten. Dabei wurden zahllose Kunstwerke erschaffen. In den letzten 180 Jahren hat die Fotografie viele verschiedene Phasen durchlaufen, bis sie zu dem wurde, was wir heute darunter verstehen. Die Reise begann mit dem ersten Foto und endete vorläufig mit dem Hype rund um soziale Medien wie Instagram.

Vor genau 181 Jahren kaufte der französische Staat das fotografische Verfahren von Louis Jacques Mandé Daguerre. In Folge wurde das Verfahren an der Pariser Akademie der Wissenschaften öffentlich vorgestellt. Damit wurde die neue Technik für jedermann auf der ganzen Welt kostenlos verfügbar. So begann eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Dabei war Daguerre gar nicht der einzige Pionier der Fotografie. Es gelang nämlich schon anderen Erfindern vor ihm erste Bilder mit einer Kamera festzuhalten. Zu ihnen zählten Nicéphore Niépce, Henry Fox Talbot, Hippolyte Bayard und Andreas Friedrich Gerber. Die kostenlose Lizenz zur Fotografie galt übrigens nicht in England.

Von der Dokumentation zum Massenmedium

Denn als Henry Fox Talbot davon hörte, das sich diese in Vorbereitung befand, ließ er kurzerhand seine Erfindung in England patentieren. Der „World Photograhy Day“ erinnert an die großen Erfindungen, die sich zu einer wesentlichen Errungenschaft der Menschheit aufgeschwungen hat. Sie steht heute in der Tradition des Buchdrucks, des Telefons oder der Eisenbahn. Daguerre erntete den Ruhm und die finanziellen Mittel für die Vorarbeiten seiner Mitstreiter. Talbot beschrieb den Verdienst der Fotografie einmal als die Möglichkeit natürliche Objekte ohne Bleistift abbilden zu können. Folgerichtig nannte er sein erstes Foto-Buch dann auch „Der Bleistift der Natur“.

Der Staatsbeamte Hippolyte Bayard, der sich um die Früchte seiner Arbeit gebracht sah, schuf dann auch die erste gestellte Fotografie. Im „Selbstportrait als Ertrunkener“ gab er vor, sich im Wasser ertränkt zu haben. Als „Grund“ gab er an, dass die Regierung in Frankreich seine Erfindung nicht zu schätzen gewusst hatte. Im Jahr 1839 eröffneten bereits die ersten Fotostudios. Sich porträtieren zu lassen, galt als letzter Schrei. Doch die Aufnahmen waren entsprechend anstrengend. Es dauerte mehrere Minuten, bis die Aufnahme unter Zuhilfenahme zahlreiche Hilfsmittel endlich im Kasten waren. Die Fotos gerieten immer schneller zu einem Statussymbol. 1854 ließ sich Adolphe Eugène Disdéri zu Fotos auf Visitenkarten patentieren und hatte riesigen Erfolg damit.

Von der Dokumentation zum Massenmedium
Von der Dokumentation zum Massenmedium

In Folge kam die Stereofotografie ebenso auf, wie die Reisefotografie, die Aktfotografie und die Dokumentation von Kriegen. Die neue Technik drang in immer mehr Lebensbereiche der Menschen vor und dokumentierte ihren Lebensalltag. Gleichzeitig experimentieren die Künstler mit der Fotografie als Werkzeug für ihre Kunst. Neue Druckverfahren vervielfältigen die Werke, der Fotojournalismus tat sein Übriges, um die Menschen von den Möglichkeiten zu begeistern. Die Schwelle zum Massenmedium war überschritten. Die Fotografie bahnte sich ihren Weg in die Haushalte der Menschen und wurde für jedermann zugänglich.