Er war der Jahrhundertkünstler der Fotografie
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Er war der Jahrhundertkünstler der Fotografie

Es gibt nur wenige Fotografen, deren Werke sich in das kollektive Gedächtnis der Menschheit eingebrannt haben. Man Ray ist zweifellos der bedeutendste von ihnen. Einige seiner Fotografien kennt fast jeder Mensch. Sein Erfindungsreichtum und die geheimnisvolle Ausstrahlung seiner Werke haben ihn zu einem Jahrhundertkünstler gemacht. Dabei begann seine künstlerische Karriere zunächst gar nicht in der Fotografie. Zunächst erlernte er das Sticken und ging in jungen Jahren in verschiedene Kunsthochschulen in New York. Dort studierte er Aktmalerei und arbeitete als Landkartenzeichner. Seine künstlerische Karriere begann er zunächst als Maler.

Von der Malerei zur Fotografie

Er versuchte sich in den unterschiedlichsten Stilrichtungen bis er zu seiner eigenen Ausdrucksform fand. Diese orientierte sich am Kubismus, das sollte er auch in seiner weiteren Karriere bewahren. Doch Man Ray wurde nicht als Maler, sondern als herausragender Fotograf bekannt. 1914 kaufte er im Alter von 24 Jahren seinen ersten Fotoapparat. Zu dieser Zeit hatte er bereits seine erste Ausstellung. In Folge lernte er Francis Picabia und Marcel Cuchamp kennen. Sie animierten ihn sich mit der Fotografie zu beschäftigen. Vier Jahre später begann er seine Werke selbst in der Dunkelkammer zu bearbeiten und entwickelte das Verfahren der Rayographie. Seine Arbeiten wurden international begeistert aufgenommen, schnell zählte er zur Avantgarde. Schon den 1920er Jahren entstanden seine wichtigsten Werke, die bis heute berühmt sind. Ray hatte sich mit dem Dadaismus beschäftigt und war zur einem deren wichtigsten Vertreter herangewachsen. Doch die Kunstszene in New York konnte ihn nicht begeistern, er ging mit Freunden nach Paris.

Paris wird zum Lebensmittelpunkt

Dort verewigte er alle wichtigen Künstler jener Zeit. Diese Fotos sind heute befragte Kunstwerke. In Paris entdeckte er wieder seine Liebe zum Akt und wandte sich der Aktfotografie zu. Die Fotos in surrealer Umgebung wurden ebenso weltweit berühmt. Die Beziehung zum amerikanischen Fotomodell, Fotografin und Fotojournalistin Lee Miller führte zum Höhepunkt seiner künstlerischen Schaffenskraft. Er lernte sie zu Beginn der 1930er Jahre kennen. Als sie 1932 nach New York zurückkehrte, erlebte Man Ray einen Einbruch seiner Schaffenskraft. 1940 folgte er ihr nach Amerika und verließ Europa. Doch in seiner Heimat war er in der Zwischenzeit weitgehend unbekannt. Die Kunstszene hatte sich anderen Künstlern zugewandt. Nach zehn frustrierenden Jahren kehrte er 1951 wieder nach Paris zurück, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1976 lebte und arbeitete.

Paris wird zum Lebensmittelpunkt
Paris wird zum Lebensmittelpunkt

Neuen Einflüssen gegenüber offen

Man Rays Arbeit zeichnete sich dadurch aus, dass er sich nie nur auf ein Medium beschränken ließ. Er fotografierte, malte, schuf Objekte und drehte Filme. Immer im Mittelpunkt einer blühenden Kunstszene ließ er sich von alles und jedem inspirieren und erkundete neue künstlerische Welten. Das machte es ihm möglich auf die moderne Fotografie einen entscheidenden Einfluss auszuüben. Selbst im Film und in der Malerei sind seine Ideen wiederzufinden. Das ist kein Wunder, so sagte er schließlich einmal zu treffend, dass er eine Abneigung gegenüber Gemälden habe, die keinen Raum für eigene Überlegungen bieten würden. Man Rays Arbeiten sind bis heute unvergessen. Er zählt zu den größten Foto-Künstlern aller Zeiten.