Erkennen wir ein manipuliertes Bild?
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Erkennen wir ein manipuliertes Bild?

Die technische Entwicklung der letzten Jahre hat es leicht gemacht Bilder zu manipulieren. Dabei handelt es sich allerdings nicht um ein neues Phänomen, ganz im Gegenteil. In der Geschichte der Fotografie wurden die Bilder schon immer manipuliert.

Die Hintergründe dazu sind verschieden. Jedes veränderte Foto diente lediglich dazu die eigene Geschichte zu erzählen und Fakten zu verschleiern. Das beginnt ganz harmlos bei Photoshop-optimierten Modebildern, die wir alle von zahllosen Zeitschriften kennen und endet bei historischen Dokumenten, die die Geschichte verfälschen sollen. Ob man seinen eigenen Augen trauen kann, oder nicht, ist heute so schwer zu beantworten, wie noch nie zuvor.

Ein simpler Trick verändert die Geschichte

Um die Geschichte, die hinter einem Foto steckt zu verändern, genügt oft schon eine kleine Manipulation. Bestes Beispiel dafür war ein berühmtes Foto von Prinzessin Diana. Eine kleine Drehung ihres Kopfes veränderte alles. Als die Medien bereits über eine Affäre der Ex-Frau von Prince Charles mit dem Geschäftsmann Dodi al-Fayed spekulierten, druckte eine englische Boulevardzeitung ein Foto, das die Beiden offenbar kurz vor einem Kuss zeigen sollte. Doch in der Originalaufnahme ist zu sehen, dass Diana in die andere Richtung sieht. Die Fotografen hatten einfach ihren Kopf gedreht und so den beim Betrachter gewünschten Effekt erzielt.

Doch nicht immer wollen die Manipulatoren ihr Fotomotiv in die Pfanne hauen, manchmal passieren Retuschierungen auch aus Rücksicht. So ließ ein französisches Klatschblatt einst die Speckröllchen des damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy auf einem Foto, das ihn in Badehosen zeigt, verschwinden. In Deutschland wurde die Kanzlerin Angela Merkel bei den Bayreuther Festspielen mit Schweißflecken unter den Armen fotografiert. Auf den veröffentlichten Fotos war dann davon nichts mehr zu sehen. Wir sind es also mittlerweile durchaus gewohnt, den veröffentlichten Bildern zu misstrauen. Doch sind wir auch in der Lage diese zu erkennen?

Probleme beim Erkennen von Fälschungen

Psychologen sagen dazu eher nein. Schon zu analogen Zeiten gab es regelmäßig Veränderungen von Bildern. Doch das sollte eigentlich kein allzu großes Problem darstellen, schließlich sind Menschen lernfähig. Gerade in der rasanten technologischen Entwicklung hat sich neuerlich gezeigt, dass die Anwender mit der Zeit damit umgehen lernen. Forscher einer britischen Universität wollten es allerdings ganz genau wissen. Sie engagierten rund 700 Probanden und unterzogen sie einem Test. Sie zeigten ihnen zehn verschiedene Fotos von Alltagssituationen. Die Hälfte der Fotos war digital verändert worden. Die Wissenschaftler hatten Gegenstände in die Fotos hineinkopiert, einige Elemente verzerrt und Schatten verändert. Das Ergebnis des Tests war überraschend.

Probleme beim Erkennen von Fälschungen
Probleme beim Erkennen von Fälschungen

Lediglich sechs von zehn Fakes wurden von den Probanden entlarvt. Hätten sie per Zufall abgestimmt, wäre das Ergebnis nur ein wenig besser ausgefallen. Darüber hinaus waren sie auch nur bei 45 Prozent der Fakes in der Lage das Problem zu benennen. In einem zweiten Experiment war die Erfolgsquote etwas besser. Dabei wurden die Studienteilnehmer direkt danach gefragt, wo die Manipulation versteckt seien. Es scheint also so zu sein, dass die Entdeckung der Fälschung schwieriger ist, als die Frage was manipuliert wurde. Das Experiment zeigte sehr schön auf, warum es immer noch relativ einfach ist, Menschen mithilfe von retuschierten Fotos zu manipulieren. Bis sich dieses Wissen nicht verbessert, ist man weiterhin auf sogenannte Foto-Forensiker angewiesen. Diese können ein Foto anhand einzelner Pixel analysieren und im Bedarfsfall sogar das Original wiederherstellen.